Der Klang einander berührender Halsbänder
läßt unsere drei Tibis alles andere vergessen. Dharima, die
jüngste mit 12 Wochen, springt fröhlich schwanzwedelnd
von ihrem erhöhten Schlafplatz und hoppelt wie ein Häschen
als erste auf mich zu. In erwartungsvoller Vorfreude wackelt sie
selbst in der Sitz-Position noch mit dem Schwanz. Die tiefschwarzen
Augen sehen voller Aufregung nach allen Seiten, ob die zwei anderen
denn nichts gehört haben. Stürmisch und mit vollem Elan
kommt auch schon Chiwa, 5 Monate alt, aus dem Garten die 5 Stufen
hochgerannt. Freudige Begrüßung an Dharima, worauf diese erstmal
wieder umfällt. Chiwa, weiß-goldzobelfarbend, mit super langen
Beinen und noch längerer Rute, fällt es schwer zu warten.
Sie weiß, daß es jetzt auf die Weite der Felder geht, wo sie mit
Dharima und Xan-do fangen spielen kann. Und zum Glück kommt
er ja auch schon. Xan-do, der älteste mit 15 Monaten, ist
schon etwas gemächlicher. Ihn bringt nichts so schnell aus
der Ruhe.
Nachdem nun alle Halsbänder verteilt sind,
jeder will schließlich der erste sein, geht's endlich los. Wie
der Blitz schießen Xan-do und Chiwa durch das Tor auf's Feld. Dharima
versucht zu folgen. Xan-do mit seinem schon recht langem, wunderschönem
Fell sieht aus, als würde er den Boden nicht berühren.
Er fliegt, so scheint es mir. Chiwa dagegen springt kraftvoll wie
ein junges Reh über hohes Gras und kleine Sandberge. So plötzlich
wie sie losgerannt sind, bleiben sie auch stehen. Wachsam überschauen
sie die Landschaft vor sich. Der Wind von vorne läßt die für
Tibet Terrier typische edle Kopfform und den quadratischen Körperbau
Xan-dos gut erkennen. Inzwischen ist Dharima bei ihnen angekommen
und überblickt das Feld mit der gleichen Aufmerksamkeit. Ich
erkenne in weiter Ferne drei Rehe, aber zum Glück kommt der
Wind aus der andere Richtung. Aber ich pfeife trotzdem einmal,
worauf alle drei fröhlich angerannt kommen. Wir setzen unseren
Weg fort, die drei mit einem leichten, harmonisch fließenden Gang,
ich dagegen, so kommt es mir vor, mit schweren Schritten. Nach
ca. 2 - 3 Stunden sind wir wieder zurück.
Die Ausdauer unserer Tibis erstaunt mich immer
wieder. Zu Hause gibt es ein schönes Leckerli und jeder legt
sich irgendwohin. Chiwa versteckt ihres und holt sich dann das
schöne Leckerli von Xan-do. Der hat nicht aufgepasst und setzt
sich nun direkt vor Chiwa hin und wartet. Irgendwann passt auch
sie mal nicht auf, und dann ....! Dharima fühlt sich recht
sicher. Wenn einer der beiden auch nur zu nahe kommt, verteidigt
sie ihr Leckerli mit ihrer ganzen Kraft. Und die setzt sie ein,
indem sie dem Dieb die Ohren oder den Schwanz langzieht. Anschließend
gibt's noch einige Schmuse- und Streicheleinheiten von Frauchen
und dann wird ein Nickerchen gemacht. Dharima auf ihrem erhöhten
Schlafplatz, Xan-do und Chiwa draußen im Garten. Ganz egal, ob
Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
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