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Waren Sie schon einmal als Zuschauer auf einer
Ausstellung? Dann ist Ihnen vielleicht aufgefallen, wie die einzelnen
Aussteller ihre Hunde kämmen und bürsten und bürsten und kämmen.
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein gepflegter Hund
kommt immer an.
Machen wir uns nichts vor! Langes und gepflegtes
Haar bei einer Frau ist immer wieder schön anzusehen. Haben Sie
sich schon einmal gefragt, wieviel Zeit dafür aufgewendet werden
muß? Sie würden doch bestimmt nicht auf die Idee kommen, ungekämmt
aus dem Haus zu gehen, oder? Und das ist nun wirklich kein großer
Zeitaufwand. "Aber klar doch, wir sind ja auch Menschen", werden
Sie jetzt vielleicht sagen. Ein gepflegter Hund ist genauso schön
anzusehen und erfüllt den Besitzer mit Stolz. Dabei gehört gar
nicht soviel dazu.
Das Haarkleid unseres Tibet Terrier hat einige
Vorzüge: Spätestens wenn der Hund nass ist, riecht man ihn
(vor allem in einer Wohnung). Unser Tibet Terrier ist eine große
Ausnahme. Sein Fell hat im nassen Zustand nicht diesen unangenehmen,
typischen Hundegeruch, wie
man ihn
von den
meisten
Hunderassen
her kennt. Es hat dichte Unterwolle und relativ feines Deckhaar.
Sommer- oder Winterfell kennt unser Tibet Terrier nicht. Es wechselt
im Alter von 9 bis 15 Monaten vom Welpenfell ins Erwachsenenfell.
In dieser Zeit ist der Pflegeaufwand besonders intensiv. Auch
brauchen Sie nicht ständig mit einer Fusselbürste
rumzurennen, um
rumliegende Haare aufzubürsten. Die abgestoßene Unterwolle
bleibt meist im Deckhaar hängen und kann von dort herausgekämmt
werden. Der Tibet Terrier haart so gut wie überhaupt nicht.
Desweiteren besitzt das Hundehaar die hervorragende Fähigkeit
sich selbst zu reinigen. Verantwortlich dafür ist eine feine
Fettschicht, die jedes einzelne Haar von der Wurzel bis zur Spitze
hauchdünn
bedeckt. Wenn wir bei schlechtem Wetter draußen waren,
sehen alle drei recht heftig aus. Ich staune immer wieder, wie
nach
einiger Trocknungszeit und hingebungsvollen Schütteln der
Dreck und all das Laub verschwunden ist.
Alle Pflege muß also darauf gerichtet sein,
diese selbstreinigende Fähigkeit des Haarkleides zu erhalten.
Zudem ist das lange Deckhaar etwas besonders Kostbares. Es braucht
fast ein Jahr, bis es nachgewachsen ist. Darum muß das
Bürsten
und Kämmen besonders schonend sein, damit nicht unnötig
viel Deckhaar ausgerissen wird. Sie sollten Ihren Liebling schon
im
Welpenalter mit Kamm und Bürste vertraut machen. Anfangs
ist noch nicht
allzuviel da, was man kämmen muß. Es genügt ein
tägliches, sanftes
Bürsten. Nach und nach sollten Sie
den Welpen aber auch mit dem Kamm vertraut machen.
Am besten legen Sie den Welpen auf einen Tisch
mit rutschfester Unterlage. Der Tisch sollte so hoch sein, daß
Sie in der Ihnen angenehmen Sitz- oder Standposition bequem arbeiten
können. Es gibt so viel Literatur über die richtige
Technik des Kämmens, daß ich hier nur über meine
Art und Erfahrung sprechen will. Wichtig ist, daß Ihr Welpe
das Bürsten und Kämmen so angenehm
findet, wie das Streicheln mit der Hand. Das wird Ihnen nicht
immer gelingen. Kämmen und Bürsten Sie das Fell niemals
im trockenen Zustand, da sonst die Spitzen abbrechen. Ich verwende
reines Mandelöl, 1:4 mit Wasser verdünnt. Anfangs habe
ich Nerzöl
benutzt, aber es hat oft das Haarkleid verklebt und ist auch
vom Preis her nicht die Alternative. Sie sollten immer ohne Kraftaufwand
kämmen und bürsten. Bürsten und Kämmen Sie
grundsätzlich von
unten nach oben und von innen nach außen. Und kämmen
Sie immer bis auf die Haut.
Bevor ich beginne, sprühe ich meine Hunde
mit Mandelöl ein. Anschließend bürste ich vor,
um kleinere Knötchen
und Dreck zu entfernen. Mit dem Kamm beginne ich an der
Innenseite des Hinterpfötchens. Ich nehme eine kleine Partie
ganz unten an der Pfote und kämme sie behutsam durch. Das
darüberliegende
Deckhaar schiebe
ich mit den Fingern hoch und kämme unterhalb dieser Linie
von oben nach unten. Jede neue Partie kämme ich erneut in
einem Strich von oben nach unten aus. So arbeite ich mich schrittweise
vor
bis zum Genitalbereich. Anschließend kämme ich mich
seitlich am Bauch in Richtung Vorderpfötchen und kämme dieses
auf die gleiche Art wie das Hinterpfötchen, einschließlich
Brustbereich. Dann kämme ich vom Genitalbereich aus bis
zur Spitze des Hinterpfötchens
(hier gegen den Strich), wechsle dann in den Außenbereich
und arbeite mich hoch bis zur Schulter. Dabei kämme ich
Bauch und Rücken mit. Beim Vorderpfötchen beginne ich
wieder erst im Innenbereich unter den Achseln und arbeite mich
zur Spitze durch (gegen den Strich).
Der Wechsel in den Außenbereich wie beim Hinterpfötchen,
hoch bis zur Schulter. Anschließend Rücken, ganz wichtig
die Ohren, die Schnauze, der Hals und der Kopf. Auf diese Art
und Weise
ist die zweite Hälfte des Hundes schneller und leichter
zu kämmen,
da der komplette Innenbereich bereits gekämmt ist und ich
mich nur auf den äußeren Bereich konzentrieren muß.
Zum Schluß ist
der Schwanz dran. Auch hier gilt besondere Sorgfalt und Vorsicht,
denn ein ausgerupfter Schwanz sieht nicht gut aus und auch hier
braucht das Fell ein Jahr bis es nachgewachsen
ist.
Anschließend stelle ich meine Hunde hin,
bürste
nochmals sanft das Fell in Form und übe dabei die Standposition.
Die beiden anderen Hunde warten schon sehnsüchtig auf den,
der auf dem Tisch steht. Warum? Na, weil es soviel Spaß macht,
das Fell wieder durcheinander zu bringen.
Bei leichten Verfilzungen versuche ich erstmal
vorsichtig mit den Fingern das Fell auseinander zu zupfen bzw.
zu ziehen und anschließend mit der Spitze vom Kamm von der Haut
nach außen zu kämmen. Meist genügt das schon. Allerdings nicht
bei hartnäckiger Verfilzung. Das wird beim Fellwechsel (zwischen
9 und 15 Monaten) schon mal vorkommen. In diesem Fall kann man
mit einer abgerundeten Schere parallel zum Haar, also senkrecht
zur Haut, ins Filzpaket schneiden, um es in bearbeitungsfähige
Fragmente zu zerteilen. Natürlich gehen dabei Deckhaare verloren,
aber das ist nicht zu vermeiden. Xan-do konnte ich
während unseres Umzuges nicht regelmäßig kämmen und bürsten.
Zudem fand auch noch sein
Fellwechsel
statt und schon war es passiert. Filzpakete ohne Ende. Unser
beider Geduld wurde dabei massiv auf die Probe gestellt, aber
wir haben es geschafft, Xan-do und ich.
Im Allgemeinen kämme und bürste ich meine Hunde
einmal wöchentlich gründlich. Zeitaufwand ca. ein bis eineinhalb
Stunden pro Hund. Zusätzlich werden aber alle drei jeden morgen
einmal
durchgebürstet.
Wenn ich mir die Haare kämmen kann, dann habe ich auch die paar
Minuten übrig, um kurz mit der Bürste durch das Fell meiner Hunde
zu gehen. So erspare ich mir erheblichen Zeitaufwand bei der
wöchentlichen Grundpflege und sie sehen immer gepflegt aus.
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